Mashup me
Ich nehme diese Semester an der Accenture Campus Challenge teil. Die Aufgabenstellung besteht in der Entwicklung eines Businessplans für eine Anwendung, die Mashups im Bereich Global Sourcing verwendet. Auf Deutsch: Wir sollen bestehende Dienste kombinieren um einen Mehrwert für global aufgestellte Unternehmen zu erzeugen. Bei der Vorbereitung sind mir zwei Dinge aufgefallen:
- Es ist verdammt schwer was Innovatives zu finden, das wirklich gebraucht wird.
- Es gibt inzwischen verdammt viele Mashups. Es gibt quasi keine Information und keinen Dienst mehr, den man nicht anzapfen könnte.
Deswegen habe ich mir gedacht, ich sammele hier mal ein bisschen coole Dinge, die mir über den Weg gelaufen sind:
Mashup-Generatoren
Zunächst mal habe ich mich zum erstmalig mit automatisieren Generatoren für Mashups Anwendungen beschäftigt. Das Angebot reicht hier von spaßigen klicki-bunti Tools bis hin zu professionellen Serverlösungen:
Mit Popfly zu arbeiten macht echt Spaß, alles fliegt durch die Gegend und dreht sich. Microsoft wollte hier wohl mal einen kleinen Einblick geben, was Silverlight (mit dem Popfly umgesetzt ist) so alles kann. Man kann echt schnell kleine Mashups zusammenklicken. Das Ganze ist Start in Richtung Widget gerichtet. Man kann die fertigen Mashups direkt in seine Windows Sidebar (was bei mir nicht funktioniert hat) oder auf seinem Live Space einbauen.
Mit seiner vollen Visual Studio Integration schickt Popfly sich zwar an, auch Profis bei der Programmierung zu helfen, dennoch kann ich das Ganze eigentlich nur als Spielerei sehen. Ich habe versucht aus dem RSS Feed von photocase eine coole anzeige zu basteln. Zunächst nur durch Klicken, womit ich nicht weiter gekommen bin, was ich machen wollte ging einfach nicht. Danach habe ich angefangen ein bisschen am Code der Blöcke rumzuspielen. An viel kommt man leider nicht heran und wie bei JavaScript üblich habe ich mich damit echt schwer getan. Ergebnis: Ich hab‘s dann hinbekommen, aber der Weisheit letzter Schluss ist das noch nicht.
Meines wissen war Yahoo Pipes der erste Dienst zum Aggregieren von APIs. Ich hab damit schon mehrfach rumgespielt, bin aber nie wirklich warm damit geworden. Als ich gestern mal eben das gleich Widget, was ich schon in Popfly gemacht hatte, umzusetzen wollte, bin ich grandios gescheitert. Kein Wunder, Yahoo Pipes hat nämlich nur einen Standard Output und das ist RSS. Damit kann man natürlich nicht so schöne Bildergalerien machen, wie mit Popfly. OK, dann also ein RSS Feed, ein paar Klicks später und ich habe einen personalisietren Google News Feed (Deutschland), in dem die einzelnen Nachrichten auf Englisch übersetzte werden. Gut, ist nicht die tollste Idee, aber funktioniert.
Zum Aggregieren und verändern von Newsfeed macht sich Pipes ganz gut, aber mehr ist eben nicht möglich. Nach der Spielerei mit Popfly etwas enttäuschend, aber wie gesagt, Pipes war Vorreiter und hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel.
Die Firma Kapow Technologies habe ich selber erst kennen gelernt, weil sie Sponsor der Campus Challenge sind. Kapow bietet eine Software an, mit der Firmen es leichter haben sollen alle mögliche Datenquelle zu Mashups zu aggregieren. Openkapow ist die etwas abgespeckte Open Source Variante dieser Software. Die Idee dahinter: Such dir alles zusammen und bau eine API herum. Mit der Software kann man verschiedene Dateiformate (HTML, PDF, Excel, verschiedene Datenbanken, …) als Quellen hernehmen und einzelne Informationne geziehlt in deinem Mashup vereinen, dass dann auch wieder verschiedene Schnittstellen (RSS, REST, leider kein SOAP, HTML, …) haben kann. Auch hier hab ich ein mehr oder weniger nützliches Mashup vorzuweisen: LEO Translater (German-English). Das Leo Wörterbuch hatte bis jetzt noch keine API, aber mit openkapow kann man die ganz leicht aus der originalen Webseite zusammenstellen und als REST/XML WebService veröffentlichen.
Die Idee an sich finde ich ziemlich gut. Leider ist die Materie an sich sehr komplex. Da Kapow den Anspruch hatte ein Tool zu bauen, das auch leicht technisch versierter Manager bedienen können, mussten an verschiedenen Stellen Kompromisse eingegangen werden. Die sehen bei Kapow meistens so aus, dass kompliziertere Funktionen einfach gut versteckt werden, bzw. nur über die manuelle Eingabe von Dingen wie DOM-Pfaden möglich werden. Immerhin, mit den anderen Tools, die ich getestet habe, waren bestimmt Sachen einfach gar nicht möglich, hier hat man wenigstens die Chance Workarounds zu bauen.
So, jetzt ist dieser Post schon wieder so lang, dass ich keine Zeit mehr habe auch noch auf die vielen APIs selber einzugehen. Vielleicht wird das in einem weiteren Post noch mal was.
Zunächste erstmal: Viel Spaß beim Spielen!

